Weidezeit


Eigentlich ist die Sommerzeit für ein Pferd mit Weidegang die schönste Zeit des Jahres. Aber wie die letzten Jahre gezeigt haben, auch mit starken Problemen behaftet. Massive Trockenheit führt zu harten und ausgelaugten Böden. Neben Huf und Gelenkproblemen ist auch die Nährstoffversorgung nur noch halbherzig, denn die Wiesen sind eher gelb als grün. Das führt zu Defiziten in der Versorgung und muss dringend berücksichtigt werden, damit es nicht zu Mangelerscheinungen kommt.



Defizite beim Weidegras


Weidehaltung fördert die Gesundheit und Widerstandsfähigkeit. Auf ungünstigen Standorten oder bei fortschreitender Vegetation im Sommer wird Zufütterung notwendig. Die Versorgung mit Spurenelementen richtet sich nach Bodenverhältnissen und Düngung. Sie trägt zur besseren Entwicklung von Knochenfundament, Muskulatur, Sehnen sowie Herz- und Kreislaufsystem bei. Es sollte ein Unterstand oder Bäume vorhanden sein, damit jeder die Möglichkeit hat, im Schatten ein Mittagsschläfchen zu halten.  Durch den ultravioletten Anteil des Sonnenlichtes entsteht in der Haut Vitamin D welches für den Mineralstoffwechsel und insbesondere die Knochenbildung sehr wichtig ist. Die Nährstoffversorgung des Weidefutters verändert sich mit dessen Alter im Verlauf des Jahres. Junges Grünfutter ist rohfaserarm und deshalb weniger strukturwirksam. Es hat einen hohen Eiweiß- und Wassergehalt. Je älter das Gras wird, desto höher steigen Trockenmasse- und Rohfasergehalt an, während der Eiweißgehalt abfällt. Der Bedarf an Rohfaser und Strukturbestandteilen wird dagegen nicht gedeckt. Probleme können auch in der Mineralstoffversorgung auftreten. Auf Weiden mit hohem Grasanteil ist oft das Magnesium- und Kalziumangebot unzureichend. Das gilt aber nicht für Weiden mit hohem Bestand an Klee. Fast immer ist der Natriumgehalt des Weidegrases sehr niedrig und der Kaliumgehalt zu hoch (Übersäuerung und Probleme der Muskulatur). Die Weidenutzung sollte darauf abgestimmt sein, neben hohen Erträgen den Pferden während der Weidesaison kontinuierlich ein gleichmäßig zusammengesetztes Futter zu sichern.


Die vier wichtigsten Mineralsalze sind Calcium, Phosphor, Natrium und Kalium. Calcium und Phosphor sind in den Knochen eingelagert. Bei ungenügender Fütterung oder bei mangelnder Bewegung werden sie von den Knochen abgegeben. Dadurch lässt die Knochenfestigkeit nach. Bei den meisten Rationen ist das Calcium- Phosphor- Verhältnis gestört und zugunsten des Phosphors angelegt. Hier liegen oft die Gründe für Probleme im Bewegungsapparat. Kalium und Natrium sind für die Muskel- und Nerventätigkeit sowie den Wasserhaushalt zuständig. Die wichtigsten Bausteine sind Eisen, Zink und Kupfer sie sorgen für ein intaktes Immunsystem, einen geregelten Hautstoffwechsel und ein gesundes Blutbild. Häufig tritt bei Stallpferden ein Kaliummangel auf, hervorgerufen durch einen Mangel an Vitamin D. Mangelerscheinungen sind meist mit einer Störung des ZNS verbunden und können zu Übererregbarkeit führen. Durch eine Fehlernährung kann es zu Lahmheiten kommen und zu der degenerativen Gelenkerkrankung (OCD).


Auswirkung auf die Gelenke


Ein zu harter Boden kann zu Gelenkbeschwerden führen. Überbelastung führt zu massiven Schädigungen an Sehnen, Knochen und Gelenken. Bei einer Entzündung liegt meist eine Umfangsvermehrung, vermehrte Wärme, Schmerzen und Lahmheit vor. Hinzu kommen kann eine Infektion durch eingeschleppte Erreger, die sich dann ausbreiten und die Erkrankung massiv verschlimmern können. Den Pferdebeinen zuliebe sollte man beim Ausreiten auf den Untergrund achten und das Tempo anpassen. Die Beschaffenheit des Bodens wirkt sich nämlich auf die Gesundheit von Hufen, Sehnen und Gelenken aus. Bei der Form der Gelenkprobleme treten während der akuten Phase, Schwellungen und starke Schmerzen auf. Eine Arthritis oder auch akute Gelenkentzündung kann schnell entstehen und ist auch die häufigste Erkrankung des Bewegungsapparates. Schnell ist eine Überbeanspruchung geschehen, gerade dann, wenn der Untergrund wie Beton ist. Nach einer längeren Pause des Pferdes sind die optischen Anzeichen meist verschwunden, treten aber nach starker Belastung erneut auf. Kräuter wie u.a. Gänseblümchen, Ginkgo, Zinnkraut, Heublumen, Brennnessel beziehen sich auf die Regeneration der akuten Erkrankungen des Bewegungsapparates. Homöopathisch helfen u.a. Arnika oder Bellis bei akuten Traumatischen Einwirkungen oder Überbelastung durch zu harten Boden.


Vorsicht bei älteren oder empfindlichen Pferden


Der Kreislauf eines älteren Pferdes ist manchen Strapazen eben nicht mehr so gewachsen wie sie denken. Wenn ihr Rentner unter Hitzeproblemen leidet, sorgen sie für ausreichend Schatten, achten sie auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr, kühlen sie ab und zu die Beine und verwenden sie leichtverdauliches Futter. Es kann zu folgenden Symptomen kommen: - Kurzatmigkeit - schnelle Ermüdung - Schwellungen der Beine - geschwollene Lymphknoten Bei älteren Pferden spielt auch oft ein Witterungsumschwung eine Rolle bei der Entstehung einer Kolik. Gerade bei älteren Pferden arbeitet der Körper etwas zeit verzögert und nicht alles kommt im gleichen Verhältnis dort an wo es hin soll. Auch die Nahrungsaufschlüsselung klappt nicht mehr so richtig. Kräuter wie u.a. Weißdorn, Mistel, Mädesüß, Stiefmütterchen, Mariendistel beziehen sich auf die Funktionstüchtigkeit des gesamten Organismus bei älteren Pferden. Homöopathisch kann man u.a. mit Crataegus gut unterstützen.


Hautprobleme durch starke Sonneneinwirkung


Auch Hautreizungen durch Sonneneinwirkung machen manchen Pferden zu schaffen. Bei einer Photosensibilitätsreaktion ist eine Überempfindlichkeit der Pferdehaut gegenüber Sonneneinwirkung vorhanden. Bei hellhäutigen Pferden findet man schnell solch allergische Reaktionen. Es kann mitunter zu schweren Hautreizungen kommen. Es treten vermehrt Irritationen der Haut, an Augen, Maul und Nüstern auf. Auch unpigmentierte Körperstellen kommen in Frage. Die Symptome reichen von Rötung, Schuppenbildung, Juckreiz bis hin zu Verdickungen der Haut, Eiterungen, Hautnekrosen und Befall der tieferen Hautschichten. Kräuter wie u.a. Stiefmütterchen, Sonnenblumen, Kornblume, Gundelrebe, Labkraut beziehen sich auf die Regeneration der Hautschichten.


Magen & Darm Problematik


Empfindliche Pferde können während Hitzeperioden auch Probleme mit dem Magen- und Darmtrakt bekommen. So sind Magenschleimhautreizungen und Kotwasser keine Seltenheit. Hitze kann zu einer überhöhten Säureproduktion führen, gerade wenn Pferde wenig Flüssigkeit aufnehmen. Das Säure- Basen- Verhältnis ist dann stark beeinträchtigt und führt zu massiven Magenschleimhautreizungen. Wenn der Flüssigkeitshaushalt gestört ist und zusätzlich Gärungen durch Wärme entstehen kann das Kotwasser auslösen. Kräuter wie u.a. Krauseminze, Leberblümchen, Heidelbeere, Löwenzahn, Schafgarbe beziehen sich auf die Regulierung der Ausscheidung, Sanierung des Darmmilieus, Darmbakterien, Magenschleimhaut. Homöopathisch kann man u.a. mit Nux vomica gut unterstützen.


Sonneneinwirkung und empfindliche Augen


Die Pferde reagieren mit Lichtscheue, tränenden Augen, geröteter Bindehaut oder auch mit milchigem Tränenfluss. Das Gebiet um die Augen kann geschwollen sein. Die Symptomlage kann von brennen bis jucken alles beinhalten. Da sich die Pferde an allen möglichen Gegenständen reiben, ist die Verletzungsgefahr sehr groß. Manche Pferde reagieren auch extrem mit Kopfschütteln, was dann oft fälschlicherweise mit Headshaking in Verbindung gebracht wird. Das Nervenkostüm der Pferde ist durch die Problematik sehr angespannt und oft erkennt man sein eigenes Pferd nicht wieder. Kräuter wie u.a. Augentrost, Spitzwegerich, Tausendgüldenkraut, Himbeere, Leinkraut beziehen sich auf die regulierende Funktion des gesamten Augenapparates. Homöopathisch kann man u.a. mit Euphrasia gut einwirken. Ich wünsche ihnen und ihrem Pferd einen beschwerdefreien Sommer


Ihre Tierheilpraktikerin Birgit Vaupel


Kräuter in Deutscher Arzneibuch Qualität Gundelrebe, Veilchen, Stiefmütterchen, Heidelbeere, Alant, Brombeere fangen die Frühjahrsreize ab.