Gestörtes Darmmilieu, Blähungen


Blähungen sind immer ein Zeichen des Organismus für Unstimmigkeiten im Magen- und Darmtrakt. Blähungen und Fäulnisgase können langfristig die Darmflora schädigen und das Immunsystem außer Kraft setzen. Eine gestörte Darmfunktion zieht massive Verdauungsprobleme nach sich. Die Nahrungsaufschlüsselung ist gestört und die Botenstoffe finden nicht ihr Zielgebiet. Stoffwechselstörungen und Leberprobleme können die Folge sein.



Gerade bei einer Futterumstellung muss man dem Körper Zeit gönnen, um sich auf die neuen Nahrungsbestandteile einzustellen. Ein bestimmtes Müsli, was eigentlich super zum Pferd passen würde, kann sich nicht entfalten wenn es ohne Eingewöhnung im Futtertrog landen würde. Langsam ist hier die Devise, immer ein bisschen zum alten Futter hinzugeben und das alte langsam aus schleichen und das neue Futter übernehmen. Schritt für Schritt sind sie wieder auf ihrer gewohnten Menge, ohne das es zu einer körperlichen Beeinflussung gekommen ist.


Machen sie das nicht, und füttern sofort das neue Futter, kann es zu folgenden Problemen kommen :


* vermehrte Bildung von Gasen * eine Aufblähung, Gärung


* überhöhte Säureproduktion und dadurch verbundenem entgleiten des pH- Wertes















Säuren werden im Körper überall abgelagert und führen zu mehreren zusätzlichen Problemen :


* Probleme mit der Haut, der Muskulatur, den Gelenken, den Hufen, dem Atmungstrakt....


Auch ein Übermaß an Proteinen fördert die Entstehung von Blähungen, wodurch es zu Fäulnissprozessen / Gärungen im Darm kommt. Diese führen zu einer enormen Ansiedelung von Fäulnisbakterien, welche die Darmflora aus dem Gleichgewicht wirft. Aufgasungen entstehen und Blähungen sind die Folge. Eine akute Überblähung kann auch auf einen Darmverschluss oder eine Darmlähmung hindeuten.


Gestörte Darmflora


Durch die gestörte Darmflora wird das Immunsystem, welches zum größten Teil vom Darm gesteuert wird immer schwächer und pathogene Keime können eindringen. Es bilden sich immer mehr gasbildende Darmbakterien. Das Pferd ist Aufgebläht und gleicht einem kleinen Ballon. Schwierigkeiten beim Gurten stellen sich ein. Blähungen können durch einen erhöhten Keimbefall im Futter entstehen. Wenn Hafer oder Heu nicht ausreichend Zeit zum trocknen bekommt oder gar angefault ist und Grünfutter sich erhitzt hat, können sich dort rasend schnell Mikroorganismen bilden.


Fäulnisprozesse / Gärungen im Darm entstehen auch durch zu viel Proteine. Die Bakterien greifen die Darmflora an und Blähungen entstehen. Wenn der Magendruck erhöht wird, tritt eine vermehrte Milchsäurebildung auf und diese führt zu Schleimhautreizungen. Stress und eine vorgeschädigte Darmflora können die Geschichte chronisch werden lassen.


Wir fassen die Störfaktoren sicherheitshalber nochmal zusammen :


* keine festen Fütterungszeiten


* zu schnelle Umstellung auf andere Futtermittel


* Pferd frisst zu schnell


* wenn wenig gekaut wird erfolgt keine Einspeichelung


* zu große Mahlzeit am Tag, lieber auf kleinere verteilen


* Luftschlucken, Koppen


* gestörte Darmbewegung


* eine überhöhte Produktion von Gasen


* gestörte Nahrungsaufschlüsselung und Verwertung


Blähungen sind sog. Fäulnisgase und deuten immer auf Giftstoffe und eine gestörte Leberfunktion hin. Auch eine Futtermittelallergie kann Blähungen auslösen. Ebenso kommen Medikamente in Betracht. Auch ein Befall mit Würmern schädigt das Darmmilieu und ruft Blähungen hervor. Oftmals geht die Geschichte in einen Meteorismus über, womit man Gasbildungen bezeichnet, die sich im Darm sammeln und zu einem Blähbauch führen.


Was auch immer der Hintergrund ist, denken sie an eine Darmsanierung zur Schadensbegrenzung. Das Darmmilieu und die gesunden Darmbakterien müssen geschützt werden, denn wenn die Darmflora aus den Fugen gerät gibt es kein halten mehr und die Folgen können unüberschaubar werden. Futtermittel wie Roggen, Weizen, Melasse oder auch Äpfel können bei empfindlichen Pferden ebenfalls zu Blähungen führen.


Ihre Tierheilpraktikerin Birgit Vaupel