Allergischer Husten beim Pferd


Allergien und die Hintergründe.



Wenn ein allergischer Husten bei einer Erkrankung der Atemwege ein Mitspieler oder sogar der Hauptauslöser ist, kann das Pferd in seinem Alltag stark beeinflusst werden und ebenso leiden wie wir Menschen. Bei einer Allergie ist das Immunsystem außer Kontrolle geraten und wendet sich gegen den eigenen Körper. Ein allergischer Husten kann sich in den verschiedensten Formen bemerkbar machen.


Eine schleichende Geschichte zeigt sich oft durch :


* Leistungstief


* ein vermehrtes Abschnauben


* ab und an Husten


* etwas Nasenausfluss, meist weißlich


Stärkere Anfälle zeigen sich durch :


* Verkrampfungen der Bronchialmuskulatur


* eine starke Behinderung der Atmung, auch Pump- oder Stoßatmung


* Geräusche während der Atmung


* extreme Hustenanfälle


Die vollen Hintergründe eines allergischen Hustens kann man meist nur mittels eines Allergietests erfassen. Oft ist bei Weidegang eine Verschlimmerung der Symptomlage zu erkennen, Schuld sind Blüten- oder Baumpollen. Also eine Pollenallergie.


Am besten sie beobachten ihr Pferd wenn es sich ungestört fühlt.


* ist der Bewegungsablauf gestört ?


* tastet, stolpert oder zögert es ?


* ist die Kopfhaltung gerade oder eher schief ? So als hätte es Wasser im Ohr


* reagiert es scheu auf Lichtreflexe ?


Im übrigen kann man in einem Blutbild an dem Wert der Basophilen Granulozyten (gehören zu den weißen Blutkörperchen) bei einer Erhöhung erkennen, ob es sich um einen allergischen Husten handeln kann. Bei vorbelasteten Hustenpferden kann sich durch die geschädigten Schleimhäute schnell eine Allergie ergeben. Der Hintergrund liegt wieder im Immunsystem welches durch eine Überreizung anfängt, gegen sich zu arbeiten. Bei Pferden mit Darmstörungen geht das nochmal etwas schneller, da dort die Abwehr gesteuert wird. Auch eine Vererbung kann man nicht ausschließen. Die muss nicht immer gleich vorhanden sein, oft zeigen sich die Probleme nach und nach, um dann irgendwann voll auszubrechen. Da ist auch das Alter egal.


Die meisten Auslöser für einen allergischen Husten sind :


* Stress * Wurmbefall


* Magen- und Darmstörungen


* Übersäuerung des Körpers


* Stoffwechselbelastungen


* Vererbung


* vorbelastete Atemwege


Auch in der Nähe von Rapsfeldern können Pferde spontan und heftig reagieren. Zu Beginn verschwinden die Symptome oft im Herbst, später kommen während der Stallhaltung noch andere Reize hinzu und das Pferd hustet ständig. Durch Dauerreizungen kann sich auch eine COB entwickeln.Pferde reagieren unterschiedlich auf bestimmte Reize, nicht jedes Pferd hat den gleichen allergischen Hintergrund.



Die negativ- Einflüsse bei allergischem Husten können folgende sein: * organischer Staub * Blütenpollen * Baumpollen * Gräserpollen * Insekten * Ammoniakgase * Schimmelpilze * Milben * Futtermittel * Pflegemittel * Medikamente


Bei einem heftigen Anfall kann es zu Koliken oder auch Kotwasser kommen, da im Körper ein enormer Druck besteht. Bei Pferden die unter Kopfschütteln (Headshaking) leiden, sollte ebenfalls über eine mögliche allergische Reaktion nachgedacht werden. Auch Ekzeme mit starkem Juckreiz und massiven Hautveränderungen können einen allergischen Ursprung haben. Bei einer längerfristigen Schädigung werden die tieferen Hautschichten befallen und es kann zu regelrechten Zerstörungsprozessen der Haut kommen. Nesselausschlag oder Quaddelbildung gehören ebenso in das allergische Hautbild.Pferde mit tränenden Augen können wie wir Menschen unter einer Pollenallergie leiden. Das kann zu einer chronischen Bindehautentzündung führen.


Medikamentenallergie


Heute bekommen Pferde wegen jeder Kleinigkeit Antibiotika oder auch Cortison. Wenn nötig, dann bitte sinnvoll einsetzen. Nicht nur, das die Pferde im Laufe der Zeit oft eine Resistenz entwickelt haben, es kann auch zu schweren Medikamentenallergien kommen. Empfindliche Pferde reagieren sogar auf Impfungen oder Wurmkuren mit allergischen Schüben. Wenn ihr Pferd ständig krank ist und es den Anschein hat als würde nichts helfen, lassen sie einen Test durchführen. Damit sie sicher gehen können, das verabreichte Medikament zeigt überhaupt eine Wirkung bei ihrem Pferd. Nicht das es vielleicht Resistent darauf ist. Die Reaktionen können sich von Fieber, Verkrampfungen der Atemwege, erschwerter Atmung bis hin zu extremer Atemnot oder einem Kollaps erstrecken. Dabei ist es egal ob das Medikament über die Haut oder per Injektion verabreicht wird. Medikamentenallergien können bis hin zu einem Anaphylaktischen Schock führen.


Futtermittelallergie


Bei einer Futtermittelallergie ist die tägliche Versorgung des Pferdes eine enorme Herausforderung. Auch hier kann ich ihnen einen Allergietest nur wärmstens empfehlen.Futtermittel wie Weizen, Gerste oder Hafer sowie Weizenkleie können Allergien auslösen. Weizenkleie verkleistert auch gerne den Magen, also Vorsicht bei empfindlichen Pferde.Wenn ein Pferd dauerhaft mit Schimmelpilzen (Heu, Silage, Stroh) in Berührung kommt, entwickelt sich schneller eine Allergie wie andersherum. Man könnte auch von einer erworbenen Allergie sprechen.Ein Befall mit Endo- oder Ektoparasiten kann ebenfalls eine allergische Reaktion auslösen. Ein längerfristiger Wurmbefall schädigt den Verdauungstrakt der Pferde und zerstört die Darmflora. Denken sie an das Immunsystem welches vom Darm gesteuert wird, auch hier funktioniert die Abwehr dann nicht mehr ausreichend.


Kontaktallergie


Sie entsteht wie der Name schon sagt, durch Kontakt mit dem Allergen. Das kann von Pflegemitteln bis Futtermilben alles sein. Da die Haut das größte Ausscheidungsorgan ist reagiert sie natürlich mitunter heftig auf bestimmte Auslöser. Die Symptome reichen von Nesselausschlag, Bläschenbildung bis hin zu nässender, juckender Haut und Haarverlust. In schweren Fällen kann auch Fieber auftreten. Auch hierbei kann eine Pollenallergie eine Rolle spielen, da sich die Pollen auf der Haut absetzen.


Ihre Tierheilpraktikerin Birgit Vaupel