Hufrehe bei Pony und Pferd



Von Hufrehe betroffene Pferde können unter extremen Schmerzen leiden, je nachdem wie stark der Reheschub ist. Die Pferde liegen viel und stehen nur widerwillig auf. In den meisten Fällen ist ein Vorderbein betroffen. Bei toxischer Beteiligung am Geschehen können auch zwei oder alle vier Hufe befallen sein. Die ersten Anzeichen sind ein tastender, stolpernder Gang. Wenn man von einer toxischen Rehe redet, dann wird wie oben beschrieben der Körper mit Giftstoffen überschwemmt. Die nützlichen Darmbakterien sterben ab, die Blutzirkulation verändert sich und es kommt zu Stauungen im Organismus. Es tritt eine Durchlässigkeit der Gefäße ein und fördert einen Austritt von Blutflüssigkeit. Die Verbindung zu den Hornblättchen geht verloren und es bildet sich ein Erguss, was zur Folge hat, das die Befestigung des Hufbeins sich lockert. Je länger der Prozess andauert, desto mehr wird das Gebiet geschädigt und um so deutlicher werden die Symptome der Erkrankung. Die Schmerzen entwickeln sich durch die Unterversorgung der Huflederhaut. Später tritt dann Flüssigkeit aus dem geschädigten Gewebe auf.


Schwere Allgemeinstörungen können ebenfalls eine Rehe auslösen. Immer dann wenn der Stoffwechselablauf behindert wird. Es ist ein Irrtum, wenn man annimmt das nur Ponys Hufrehe bekommen. Sicher, sie sind anfälliger als Großpferde aber bei einer Fehlsteuerung des Organismus, ausgelöst durch Toxine, ist auch ein Großpferd machtlos. Bei den meisten Reheschüben spielen neben Beschlagsfehlern und Überlastung, eine Überschwemmung des Körpers mit Säuren und Schlackstoffen die Hauptrolle. Meist liegt eine Schädigung des Darmflora vor und schädigende Darmbakterien werden freigesetzt. Diese überschwemmen den Körper und führen zu Leberfunktionsstörungen. Der Körper muss die meisten Schlackstoffe bei sich behalten und übersiedelt damit den Organismus. Das kann eine Hufrehe auslösen.


Bei einem akuten Reheschub streckt das Pferd die Vorderbeine so weit wie möglich nach vorne und zieht die Hinterbeine unter den Bauch. Diese merkwürdige Stellung ermöglicht dem Pferd ein einigermaßen erträgliches Stehen. Je stärker die Schmerzen werden, desto weniger bleibt das Pferd auf den Füßen. Es ist eine starke Pulsation in dem erkrankten Gebiet vorhanden, was einen extremen Druckschmerz auslöst. Das Pferd liegt jetzt viel, weil die Schmerzen unerträglich geworden sind. Fieber kann hinzu kommen.


Zu den optischen Anzeichen gehören : Schweißausbrüche, Koliken, Krämpfe, Muskelzittern. Die Körpertemperatur ist erhöht, Atem- und Pulsfrequenz sind beschleunigt, Unruheerscheinungen treten auf. Als eine Art Erste- Hilfe- Programm, sollten die Pferdehufe gekühlt werden, wenn möglich in einer kleinen Wanne. Lässt sich das Pferd dies nicht gefallen, kühlen sie über den Tag verteilt die Hufe mit einem Wasserschlauch.


Bei einer chronischen Hufrehe kommt es zu periodisch auftretenden Schüben. Hierbei ist schon eine Veränderung der Hufform erkennbar. Pferde mit chronischer Hufrehe zeigen einen merkwürdigen Gang, das kommt daher das die Tiere zuerst mit den Trachten den Boden berühren. Nach und nach entwickelt sich ein sog. Knollhuf. Also eine komplette Entartung des Gewebes. Die weiße Linie im Zehenteil ist stark ausgeprägt. Das Sohlengewölbe kann durch Einblutungen rot gefärbt sein. Das Hufbein drückt gegen die Sohle.


Auslöser


* zu schneller Übergang zur Grasfütterung


* zu viel Kohlenhydrate


* Übergewicht


* Übersäuerung


* zu viel Kraftfutter


* Dickdarmstörungen


* Fehlgärungen


* Darmerkrankungen


* Veränderung des Darmmilieus


* Stoffwechselstörungen


* Leberprobleme


* größere Mengen an kaltem Wasser


* Wassermangel


* Beschlagsfehler


* Überlastung


* Medikamente


* Wurmbefall


* Stress


Übermäßige Fütterung mit energiereichem und eiweißhaltigem Futter (Gerste, Roggen, Mais, junges Grünfutter) rufen eine unzureichende Verbrennung infolge Bewegungsmangel, organischen Erkrankungen, Infektionskrankheiten oder Arzneimittelintoxikation hervor. Bei einem akuten Reheanfall wird das Eiweißzersetzungsprodukt Histamin vermehrt im Blut nachgewiesen, weil die Leber nicht vermag, die hohe Konzentration auszuscheiden.


Bei der Fütterung sollten sie folgendes beachten :


* wenig Kohlenhydrate * Zucker- und Stärke arm * eiweißreduziert * leicht verdauliches Müsli * hochwertiges Mineralfutter * füttern sie Kräuter um den Stoffwechsel- und die Leberfunktion zu entlasten und um die Restprodukte der Rehe zu entfernen * nur einwandfreies Futter verwenden * im Frühjahr vor Weideaustrieb immer erst Heu füttern * Melasse kann zu Verkleisterungen im Magen- und Darmtrakt führen und Fehlgärungen auslösen.


Diese wiederum können zu Hufrehe führen * Futterumstellungen langsam vornehmen * Vorsicht vor unreifem Getreide * Gerste nur in kleinen Mengen, da sie schlecht verdaulich ist und Hufrehe auslösen kann * Weizen und Roggen kann zu Verkleisterungen im Darm führen, Übersäuerung auslösen und Hufrehe begünstigen.


Achten sie bei der Futtermenge immer darauf, das sie der Leistung des Tieres angepasst ist. Zuviel Kohlenhydrate fördern nicht nur Übergewicht, sondern lösen Fehlgärungen im Darmtrakt aus. Zucker- und stärkehaltige Futtermittel können zu einer Dickdarmstörung führen und die kann Hufrehe auslösen. Eine nicht ausgeheilte Rehe, meldet sich bald durch einen neuen Schub Silage durchläuft einen Säuerungsprozess. Durch nicht sachgemäße Lagerung oder Umsetzung kann einen erhöhte Säureproduktion entstehen, diese führt zu Stoffwechselstörungen und Leberfunktionsstörungen. Fruktose ist ebenfalls ein Auslöser für Hufrehe. Der Dickdarm des Pferdes wird mit einer großen Menge an Kohlenhydraten überschüttet. Da es ihm nicht möglich ist, diese zu verwerten, kommt es zu einer massiven Übersäuerung des Körpers. Die Fruktangefahr besteht eigentlich das ganze Jahr über, je nach Witterung mal mehr mal weniger.


Als Hintergrunderkrankungen kann folgendes vorhanden sein :


* Schilddrüsenerkrankungen * Darmerkrankungen * Hormonstörungen * Cushing * MS * Hyperlipidämie * Allergien * Vergiftung * Übersäuerung


Pferde die an Cushing erkrankt sind, leiden unter massiven Stoffwechselstörungen. Schuld daran ist, das Stresshormon Cortisol. Die Vermutung das ein Pferd an Cushing leidet, kann mittels Blutbild abgeklärt werden. Es treten typische Veränderungen auf : * gestörter Fellwechsel * es bilden sich Locken * Fellveränderung * lange Haare bleiben zurück * Pferde trinken vermehrt * die Pferde nehmen ab ohne das Futter reduziert wurde * die Muskulatur bildet sich zurück * Fettpolster an Bauch und Mähnenkamm bilden sich * es entsteht ein Hängebauch * die Hufstruktur verändert sich * die Pferde schwitzen schnell * Darmstörungen entstehen (Kotwasser) * Störungen im Bewegungsablauf (öfters mal lahm) * schlechtes Immunsystem * Zahnprobleme


Metabolisches Syndrom


Hierbei handelt es sich um eine Störung des Hormonsystems. Ebenfalls per Blutbild abklärbar. Es entstehen um Augen. Mähnenkamm, Schweifwurzel und Euter / Schlauchbereich kleine Fettdepots. In diesem Fall kann man eine weiße Linie im Hufbereich deutlich erkennen und die Rehe tritt in Schüben auf. Auch hier werden durch Schmerzen Stresshormone freigesetzt. Es treten folgende optische Anzeichen auf : * Dünnes Pferd die verschiedenen Körperstellen sind gut sichtbar abgegrenzt. Rippen, Schweifansatz, Hüfthöcker deutlich sichtbar. * Gesundes Pferd gut gepolstert, Konturen nicht sichtbar aber tastbar, Kruppe schön rund. * Übergewichtiges Pferd man kann eine Fettschicht ertasten, Fettansätze an Mähnenkamm und Widerrist.


Hyperlipidämie


Pferde die Übergewicht haben, können in Stresssituationen oder bei einer radikalen Diät eine sog. Hyperlipidämie entwickeln. Die Fettstoffwechsel- Störung ist mit einem Anstieg der Blutfettwerte (Triglyceride) verbunden. Es kommt zu einer Art Überschwemmung im Körper die eine Leberstörung auslöst.


Ihre Tierheilpraktikertin Birgit Vaupel